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Warum
eine Wohnschule?
Die Erfahrung zeigt, dass es Menschen mit einer Lernbehinderung oder
einer leichten geistigen Behinderung im Erwachsenenalter schwerer
haben, in der Gesellschaft ihren Platz zu finden. Ohne entsprechende
Förderung im lebenspraktischen und sozialen Bereich sind sie
meistens nicht in der Lage, selbständig und mit wenig Fremdhilfe
zu leben.
Auch Behinderte haben das Recht, eine ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten
und Möglichkeiten entsprechende Lebens- und Wohnform zu suchen,
sie zu finden und zu verwirklichen. Aus diesem Grund hat die Stiftung
Bad Heustrich als Ergänzung zur beruflichen Ausbildung im Januar
1990 die Wohnschule Aurora in Spiez eröffnet.
Ziele der Wohnschule
Die Wohnschule Aurora will junge erwachsene Menschen mit einer Lernbehinderung
oder einer leichten geistigen Behinderung fördern, so dass sie
ein Leben in grösstmöglicher Selbständigkeit und nach
eigenen Vorstellungen verwirklichen können.
Während zwei oder drei Jahren werden die Wohnschüler/innen
durch das private und gemeinsame Wohnen im Haus, durch den Wohnschulunterricht
in wichtigen Lebensthemen, durch gezielten Einzelunterricht und Begleitung
im Alltag auf ein möglichst selbständiges Wohnen in einer
Einzel- oder Gruppenwohnung vorbereitet. |
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| Aufnahmekriterien |
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Aufnahmealter
zwischen 18 und 30 Jahren; |
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abgeschlossene
Anlehre und fester Arbeitsplatz; |
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geistige
oder Lernbehinderung im Vordergrund; |
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Bereitschaft
sich mit den vielfältigen Lebensthemen und dem Wohnschulalltag
auseinanderzusetzen. |
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Wohnschulnachmittag
Im Wohnschulunterricht setzen wir uns mit Themen auseinander, die
zur Erlangung einer möglichst grossen Selbständigkeit beitragen.
Zum Beispiel: Haushalt, Behinderung, mein Körper, Freundschaft/Beziehungen,
Freizeit, Tod/Trauer/Abschied, Sexualität, Wohnungssuche/Umzug
usw.
Gruppenabend
Der Gruppenabend dient vor allem zur Behandlung aktueller Probleme,
die sich in der Gemeinschaft der Wohnschule zeigen. Dabei werden Regeln
des Zusammenlebens im Wohnhaus besprochen, eingeübt und gefestigt.
Einzelunterricht
Mit jedem/jeder einzelnen Wohnschüler/in werden bei Besprechungen
in- und ausserhalb der Wohnschule (mit Arbeitgeber, Eltern, gesetzlichen
Vertretern usw.) die ganz persönlichen Bedürfnisse in Bezug
auf Selbständigkeit und Persönlichkeitsentfaltung angegangen
und entsprechende Hilfeleistungen angeboten.
Wohnschulwoche
Die Wohnschule organisiert alljährlich mit den Wohnschüler/innen
eine Wohnschulwoche. Der Schwerpunkt liegt im Leben der Gemeinschaft
und in der Freizeitgestaltung an einem fremden Ort.
Lernwohnung
Im gleichen Haus ist eine Lernwohnung eingerichtet. Ein bis zwei Personen
können sich dort nach ihrer Ausbildungszeit in der Wohnschule
ein weiteres Jahr – im Sinne einer realitätsnahen Übung
– auf die zukünftige Wohnsituation vorbereiten.
Nachbegleitung
Nach Abschluss der Wohnschule begleiten wir die ehemaligen Wohnschüler/innen
in Form einer zweijährigen Nachbegleitung, um sie in ihrer neuen
Wohn- und Lebenssituation zu stabilisieren und Rückschläge
zu vermeiden. |
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